Allergien im Vormarsch

Insbesondere in den Industrieländern haben sich Allergien zu einem erheblichen Gesundheitsproblem entwickelt und beeinträchtigen vor allem immer mehr Kinder!
Besonders Nahrungsmittelallergien sind zunehmend verbreitet und darunter machen kindliche Nahrungsmittelallergien nicht nur den Betroffenen selbst, sondern der ganzen Familie zu schaffen.

Tägliche Aktivitäten sind oft eingeschränkt, denn die Nahrungsmittelallergie eines Kindes limitiere die sozialen Aktivitäten der gesamten Familie. Viele Eltern fühlten sich von der Verantwortung das Kind keinen allergischen Reaktionen auszusetzen, überwältigt.

Die Ursachen der zunehmenden Verbreitung sind noch unklar, doch Hoffnungen liegen auf der Immuntherapie. Unter den Nahrungsmittelallergien nimmt die Allergie gegen Erdnüsse und Erdnussprodukte eine vorrangige Stellung ein. Einige Forscher vermuten, dass der Verzehr von Erdnüssen während der Schwangerschaft ein Risikofaktor für die Allergieentwicklung sein könnte.
Nahezu alle Erstreaktionen betreffen die Haut, etwa die Hälfte die Atemwege und ein Drittel den Verdauungstrakt. Die Kinder sind im Mittel 14 Monate alt, wenn die Allergie-Diagnose gestellt wird.
Die Erkrankung wird durch die Immunoglobuline E vermittelt: IgE-Antikörper binden an aufgenommene Erdnussproteine und verursachen die Freisetzung von inflammatorischen Botenstoffen wie Histamin.
Neue Behandlungsansätze konzentrieren sich auf den Versuch, die Immunantwort zu dämpfen oder eine Toleranz des Immunsystems anzuregen. So sollen modifizierte Erdnussproteine zur Immuntherapie genutzt werden und die spezifische orale Toleranz stimulieren.Man rechnet damit, dass in den kommenden fünf bis zehn Jahren eine Art Immuntherapie für Erdnussallergen-empfindliche Personen verfügbar sein wird.

Nahrungsmittelallergien treten oft auch in Verbindung mit Pollenallergie auf.
Birkenpollen-Allergiker, die manche Nahrungsmittel schlecht vertragen, sollten beim Konsum von Sojaprodukten vorsichtig sein und gegebenenfalls überprüfen lassen, ob sie auf Soja allergisch reagieren.
So kann der Verzehr von Sojaerzeugnissen bei Betroffenen zu einem stark juckenden Ausschlag am ganzen Körper, Gesichtsschwellungen, Erbrechen, Durchfall und Atemnot führen. Unbehandelt und in schweren Fällen kann der Genuss von Soja auch einen anaphylaktischen Schock auslösen. Ursache ist die große Ähnlichkeit eines Birkenpollen-Allergens mit einem bestimmten Protein der Sojabohne.

Pollen-Allergiker reagieren auch häufig auf Äpfel:
Aufgrund der botanischen Verwandtschaft ähnele sich die biochemische Zusammensetzung der Baumpollen und der Nahrungsmittel untereinander. Das Immunsystem bekämpft die beiden Stoffe- Allergene- gleichermaßen.
Allerdings sind manche Apfelsorten besser verträglich.
Wer Birken-Allergiker ist und eine Unverträglichkeit gegenüber Äpfeln hat, kann möglicherweise auf Sorten wie Cox Orange, Goldparmäne, Boskop oder Grafensteiner zurückgreifen, die weitaus weniger allergene Potenz haben als Golden Delicius und Granny Smith.
Dabei sollten die Äpfel unbedingt geschält werden, da sich die Allergene vor allem unterhalb der Schale befinden und durch das Schälen entfernt werden können.

Interessant ist auch die Tatsache, dass Menschen in wohlsituierten Lebensumständen signifikant stärker von Allergien betroffen sind, als arme Menschen!
Angehörige der höchsten Sozialschicht leiden doppelt so häufig unter Heuschnupfen und Neurodermitis wie die der Unterschicht. Dabei drückt sich die Allergiehäufung nicht nur in subjektiven Aussagen der Betroffenen aus: Mit dem Sozialstatus steigen auch die IgE-Werte.Die Ursachen für diese Verteilung sind bislang nicht bekannt!

Aber im Gegensatz dazu haben Kinder, die mit Hunden aufwachsen, ein vermindertes Allergierisiko. Dies bestätigten Forscher bei einer Längsschnittstudie über zehn Jahre mit fast 10.000 untersuchten und befragten Kindern. Die genauen Ursachen konnte das internationale Wissenschaftlerteam um Joachim Heinrich vom Helmholtz Zentrum München jedoch auch noch nicht erklären.
Man nimmt an, dass Faktoren wie der Umgang mit Hunden im Freien, hundefreundliche Wohnumgebungen oder andere bislang unbekannte Keime des Hundes zu diesen Effekten beitragen könnten. Eine abschließende Erklärung, warum die Hundehaltung das kindliche Immunsystem spezifisch gegen Allergien trainiere, bleibe offen. Jedenfalls ist nicht das mehr an Schmutz, das Hunde in die Wohnung bringen, dafür verantwortlich.
Der protektive Effekt der Hundehaltung sei stark, und Eltern mit Hund müssten sich deshalb keine Sorgen um ein höheres Allergierisikos ihrer Kinder machen. Andererseits ergebe sich aus der Studie kein Grund, eine Hundehaltung zur Prävention vor Allergien zu empfehlen, solange die Ursachen nicht bekannt seien.